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W U D U · R I T U E L L E R E I N I G U N G

Wie vollziehe ich den Wudu?

Die islamische Reinigung vor dem Gebet — 13 Schritte, einfach erklärt

"O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr zum Gebet aufsteht, wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellbogen, wischt über eure Köpfe und wascht eure Füsse bis zu den Knöcheln." — Al-Maida 5:6

Was ist Wudu?

Reinheit vor dem Gebet

"Die Wudūʾ oder rituelle Waschung ist weit mehr als nur eine körperliche Reinigung. Sie ist ein traditionelles Ritual, das Muslime vollziehen, um sowohl physische als auch spirituelle Reinheit zu erlangen. Traditionell symbolisiert Wudūʾ die bewusste mentale und körperliche Vorbereitung auf das Gebet (Salāt/Tholugai), eine der fünf Säulen des Islam.

Die 13 Schritte des Wudu

Folge den Schritten der Reihe nach — von der Absicht bis zum abschliessenden Gebet.

المؤسسة الثقافية الإسلامية في بازل

Die Wudu-Anleitung الوُضُوء

Die rituelle Reinigung vor dem Gebet — Schritt für Schritt erklärt.

1
Schritt 1: Niyyah — Die Absicht
النِّيَّة
Niyyah — Die Absicht

Die Absicht im Herzen fassen, die rituelle Reinigung (Wudu) für das Gebet zu vollziehen. Sie muss nicht laut ausgesprochen werden.

2
Schritt 2: Bismillah sprechen
بِسْمِ اللَّهِ
Bismillah sprechen

„Im Namen Allahs" sprechen, bevor der Wudu beginnt. Der Prophet ﷺ sagte: „Es gibt keinen Wudu für jemanden, der Allahs Namen nicht erwähnt."

3
Schritt 3: Hände waschen
غَسْلُ الْيَدَيْن
Hände waschen

Beide Hände bis zu den Handgelenken waschen und dabei die Finger verschränken, um zwischen ihnen zu reinigen. Mit der rechten Hand beginnen.

4
Schritt 4: Mund ausspülen
الْمَضْمَضَة
Mund ausspülen

Wasser in den Mund nehmen, gründlich im Mund bewegen und wieder ausspucken. Dabei jeden Winkel des Mundes reinigen.

5
Schritt 5: Nase ausspülen
الاِسْتِنْشَاق
Nase ausspülen

Mit der rechten Hand Wasser in die Nase ziehen (einschnüffeln) und mit der linken Hand wieder ausschnauben. Gründlich tief in die Nasenlöcher.

6
Schritt 6: Gesicht waschen
غَسْلُ الْوَجْه
Gesicht waschen

Das gesamte Gesicht waschen — von der Haaransatzlinie bis zum Kinn und von einem Ohrläppchen zum anderen. Bart mit Fingern durchkämmen.

7
Schritt 7: Unterarme waschen
غَسْلُ الذِّرَاعَيْن
Unterarme waschen
3× je Seite

Jeden Arm bis einschliesslich der Ellbogen waschen — zuerst der rechte, dann der linke. Darauf achten, dass kein trockener Bereich verbleibt.

8
Schritt 8: Kopf abwischen
مَسْحُ الرَّأْس
Kopf abwischen

Mit beiden feuchten Händen über den Kopf streichen — von der Stirn zur Hinterseite des Kopfes und zurück. Nur einmal, nicht dreimal.

9
Schritt 9: Ohren abwischen
مَسْحُ الأُذُنَيْن
Ohren abwischen

Mit Zeigefingern das Innere der Ohren, mit den Daumen die Aussenseite abwischen. Dasselbe Wasser wie beim Kopf verwenden.

10
Schritt 10: Füsse waschen
غَسْلُ الْقَدَمَيْن
Füsse waschen
3× je Seite

Beide Füsse bis einschliesslich der Knöchel waschen — zuerst rechts, dann links. Mit dem kleinen Finger zwischen alle Zehen gleiten.

11
Schritt 11: Dua nach dem Wudu
دُعَاءُ الْوُضُوء
Dua nach dem Wudu

Nach dem Wudu sprechen: „Ashhadu an la ilaha illallah, wa ashhadu anna Muhammadan abduhu wa rasuluh." Alle acht Tore des Paradieses öffnen sich.

Wichtige Hinweise - Was du wissen musst

Wann ist Wudu nötig?

Vor jedem der fünf Pflichtgebete, vor dem Berühren des Qurans und vor dem Freitagsgebet. Einmal vollzogener Wudu bleibt gültig, solange er nicht gebrochen wird.

Was bricht den Wudu?

Toilettengang, tiefes Schlafen, Bewusstlosigkeit, starkes Lachen im Gebet sowie Berühren der Geschlechtsteile. Nach diesen Handlungen muss der Wudu erneuert werden.

Was wenn kein Wasser vorhanden ist?

Wenn kein Wasser erreichbar ist oder bei Krankheit erlaubt der Islam den Tayammum (التيمم) — die rituelle Reinigung mit sauberem Staub oder Erde.

Ist Wudu nach dem Geschlechtsverkehr genug?

Nach dem Geschlechtsverkehr ist Wudu nicht genug, um wieder Salāt ausführen zu dürfen. Es folgt eine weitere Form der Reinigung, die in diesem Fall vollzogen werden muss, namens Ghusul – eine rituelle Ganzkörperwaschung.

Die Tugend der Reinheit

"Wer seinen Wudu gut vollzieht, dessen Sünden treten aus seinem Körper heraus — sogar unter seinen Fingernägeln."

— Sahih Muslim · Hadith 245

Wudu und Reinigung: Tipps für die korrekte Gebetswäsche

Die rituelle Reinheit (Tahara) ist die Grundvoraussetzung für das Gebet (Salat). Hier findest du wichtige Hinweise zur Vorbereitung, Durchführung und zu Ausnahmeregelungen wie dem Tayammum.

Die richtige Vorbereitung auf Wudu

  • Mentale Einstimmung: Leere deinen Geist vor dem Wudu, um dich voll und ganz auf die Absicht (Niyya) und die Konzentration auf Allah zu fokussieren.

  • Körperliche Erleichterung: Es ist ratsam, vor der Waschung die Toilette aufzusuchen. So verhinderst du, dass der Drang zur Entleerung das Wudu oder die Konzentration im Gebet unterbricht.

  • Zahnhygiene: Der Prophet (Friede sei mit ihm) pflegte sich vor jedem Wudu die Zähne zu reinigen (Miswak), um mit vollkommener Reinheit vor Allah zu treten.

Durchführung und Regeln der rituellen Waschung

  • Reihenfolge (Tartib): Alle Schritte müssen zwingend in der korrekten Abfolge und ohne lange Unterbrechungen durchgeführt werden.

  • Besonderheit beim Nacken: Wische dir einmal mit dem feuchten Handrücken über den Nacken, bevor du mit der Waschung der Füße fortfährst.

  • Umgang mit Verletzungen: Falls du eine Armschiene tragen musst, wasche den Arm so weit wie möglich oberhalb der Schiene.

Ausnahmen und Erleichterungen

  • Tayammum (Trockenreinigung): Wenn kein Wasser verfügbar ist oder eine Krankheit die Waschung mit Wasser verhindert, ist das Tayammum vorgesehen. Hierbei erfolgt die rituelle Reinigung symbolisch mit sauberem Staub, Erde oder Sand.

  • Gebet bei körperlicher Einschränkung: Wenn langes Stehen (z. B. altersbedingt) nicht möglich ist, darf der Salat im Sitzen auf einem Stuhl verrichtet werden. Ein Gebetsteppich (Sali) unter den Füßen sorgt dabei für die nötige Sauberkeit.

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